Lesepaten


"Lachen macht Freude und stärkt die Gesundheit!"

Gerda Schuster ist pensionierte Lehrerin und hat vor dem Ruhestand die Hauptfächer Englisch und Sport an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule unterrichtet. Sie engagiert sich seit ca. 3 Jahren im Verein und ist BuchPatin von einem 10-jährigen algerischen Mädchen an der Erich-Kästner-Grundschule.


1. Wie sind Sie zum Verein gekommen? Warum haben Sie sich für Kultur verbindet e.V. entschieden?

- Ich bin über den Aufruf vom Generalanzeiger darauf aufmerksam geworden, dass BuchPaten*innen für die Grundschule gesucht werden. Dass es die BuchPaten*innen gibt, wusste ich schon vorher, weil ich als Lehrerin an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule tätig war und es auch dort BuchPaten*innen gab. Jetzt engagiere ich mich ehrenamtlich als BuchPatin an der Erich-Kästner-Grundschule. Ich habe sehr viel Freude mit meinem Patinkind. Sie ist ein ganz tolles Mädchen, intelligent und an vielen Dingen interessiert. Wir haben einen sehr emotionalen Kontakt miteinander. Sie lebt mit vier Brüdern zusammen und ist das einzige Mädchen in der Familie. Deshalb erscheint es für mich so wichtig, während der Corona-Zeit den Kontakt zu ihr zu halten, um stärker den weiblichen Aspekt in ihr Leben zu bringen.

2. Wie gestaltet sich genau Ihre Patenschaft unter den Corona-Einschränkungen?

- Wir können uns nicht sehen, aber ich versuche mein Patenkind beim Lesen zu unterstützen und kaufe ihr selbst neue Bücher, weil sie sehr gerne liest. Im Moment liest sie Harry Potter, durch eine Schulfreundin angeregt, deshalb habe ich ihr den Band 5 vor kurzem geschenkt. Außerdem benutze ich aus dem Generalanzeiger „Neues von Gary – Nachrichten für Kinder“ und jetzt auch in der Corona-Zeit die Kinderrätsel mit den Lösungen. Ich schneide die Sachen aus, sammle sie ein paar Tage, stecke sie in einen Briefumschlag und werfe diesen in ihren Briefkasten. Sie schickt mir dann immer eine WhatsApp-Nachricht zurück und bedankt sich. Das sind so die Dinge, die ich im Moment mache, um den Kontakt mit ihr trotz Corona zu halten. Ich bedauere es sehr, dass ich nicht mehr tun kann und hoffe, dass wir uns bald wiedersehen und miteinander lesen können.

3. Was gefällt Ihnen gut an Ihrer Ehrenamtsarbeit? Welche Herausforderungen sehen Sie dabei?

- Wir haben am Anfang diese typischen Mädchenbücher gelesen, in denen meistens über Pferde oder Reiten erzählt wird. Aber mein Patenkind kam irgendwann zu mir und sagte, dass es nicht mehr diese Pferdebücher lesen will, weil sie alle sehr ähnlich sind. Dann hat ihre Klassenfreundin ihr das Buch über Harry Potter ausgeliehen und das findet sie viel spannender! Schließlich kennt das jeder: Lesen macht dann Spaß, wenn das Thema interessant ist. Und das ist in unserem Fall sehr gut gelungen!

Ich finde es schade, dass mein Patenkind an den Kulturangeboten des Vereins nicht teilnehmen kann. Sie geht an den Wochenenden in die arabische Schule, deshalb kann es an den Aktionen, die meistens am Wochenende stattfinden, gar nicht teilnehmen. Ich finde diese Vereinsangebote interessant und würde mich sehr für sie freuen, wenn sie daran teilnehmen könnte. Die Eltern unterstützen unsere Lesearbeit, aber nicht die Teilnahme an den Freizeitangeboten (aus o.a. Grund).

4.  Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto? Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit?

- Mein Lebensmotto lautet: „Lachen macht Freude und stärkt die Gesundheit!“ Beim Lesen haben wir Spaß und lachen, wenn etwas Lustiges vorgelesen wird. Zu Beginn der Corona-Einschränkungen konnten wir sogar noch zusammen in Begleitung mit ihrer Mutter Eis essen gehen. Aber das ist leider schon sehr lange Zeit her. Wir sehen uns nur kurz an der Tür, wenn ich die Bücher vorbeibringe -natürlich mit Maske und Abstand! Der persönliche Kontakt fehlt in dem Sinne, aber wir freuen uns auf diese kurzen Augenblicke, wenn wir uns sehen. Diese Freude des Kindes gibt mir immer wieder die Motivation, auf jeden Fall weiter zu machen!

5. Was wünschen Sie sich für die zukünftige Arbeit?

- Ich wünsche mir im Moment, dass die Corona-Pandemie vorbeigeht und ich mit meinem Patenkind persönlich lesen kann. Ich wünsche mir, dass sie wieder auf dem Schulhof angelaufen kommt und in meine Arme springt und dass es endlich mit dem Lesen an den Schulen losgeht.


Am 17.03.2021 interviewt von Victoria Luin / Bildquelle: Kultur verbindet e.V.

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