TĂŒrkischsprachige Elternschule in Bad Godesberg

Der Verein „Kultur verbindet e.V.“ und der Rotary Club Bonn-Rheinbogen starten erstes tĂŒrkisch-sprachiges Elternseminar im „Haus der Familie“, Bad Godesberg.

Drei tĂŒrkische VĂ€ter, neun tĂŒrkische MĂŒtter, eine deutsche Mutter und ein deutscher Vater diskutierten im „Haus der Familie“ in Bad Godesberg ĂŒber die Herausforderungen und Aufgaben des Elternseins. Die tĂŒrkischen Eltern besuchen das erste tĂŒrkischsprachige Elternseminar Bonns. Die deutschen Eltern kommen aus den Reihen des Rotary Club Rheinbogen, mit dessen finanzieller UnterstĂŒtzung der Verein „Kultur verbindet e.V.“ dieses Konzept einer tĂŒrkischen Elternschule umsetzen kann. Jeweils zum Abschluss jedes Seminar-blocks gibt es einen interkulturellen Austausch ĂŒber Erziehungserfahrungen. „Wir sind glĂŒcklich, dass unser lang gehegter Wunsch, durch Elternarbeit unsere Arbeit mit den Kindern aus zugewanderten Familien zu unterstĂŒtzen, nun Wirklichkeit wird.

Ganz besonders freuen wir uns, dass MĂŒtter und VĂ€ter des Rotary Clubs auch aktiv dabei sind. Dieser sehr spannende deutsch-tĂŒrkische Austausch ĂŒber den Erziehungsalltag mit all seinen Fragen und Herausforderungen, wie ihn die deutschen und die tĂŒrkischen Eltern erleben, ist etwas ganz besonderes“ sagt Arzu Çetinkaya, die Vorsitzende des Vereins „Kultur verbindet e.V.“ „Wir sind auch ganz glĂŒcklich, dass unser Angebot von den Eltern so gut angenommen wird. Dass die Eltern die Chance haben, sich in ihre Muttersprache mit den Erziehungsfragen zu beschĂ€ftigen, hat vielen erst den Mut gegeben, am Seminar teilzunehmen.“ „In der TĂŒrkei ist der Lehrer eine Erziehungsperson, an den die Verantwortung fĂŒr die Erziehung des Kindes abgegeben wird. Es ist sehr wichtig, dass die Eltern verstehen, dass von ihnen im deutschen Schulsystem eine ganz andere Rolle erwartet wird“ sagt ein Vater aus den Reihen der Rotarier. Wir freuen uns als junger Rotary Club in dem es auch viele aktive Eltern gibt, mit unserem Beitrag die Eltern in ihrer nicht einfachen Aufgabe zu unterstĂŒtzen.“

Die Bedeutung der Familie fĂŒr den Bildungserfolg in Deutschland bestĂ€tigen viele wissenschaftliche Studien. „Wir sind ĂŒberzeugt, dass wir hier mit einen ganzen wichtigen Schritt zur Förderung der Kindere einschlagen“, meint Arzu Çetinkaya. Informationen zum Umgang mit dem deutschen Schulsystem, zu den Gefahren im Internet, zur Bedeutung des Aufwachsens mit zwei Sprachen und zur Rolle und Bedeutung die Familie fĂŒr die Entwicklung des Kindes soll den tĂŒrkischen Eltern helfen, ihre Kinder gut bei ihrer Entwicklung im deutschen Umfeld zu unterstĂŒtzen. Durch diese Themen werden sie durch die in Wiesbaden unterrichtende tĂŒrkische Dozentin Dr. Bahar Akcayer gefĂŒhrt.

Der vor 3 Jahren gegrĂŒndete Rotary Club Bonn-Rheinbogen hat sich als junger Club mit vielen Mitgliedern, deren Kinder noch Krippe, Kita oder Schule besuchen, ganz besonders der Förderung von Kindern und Jugendlichen verschrieben. Dabei ist es den Clubmitgliedern sehr wichtig neben der finanziellen Förderung auch aktive BeitrĂ€ge in den geförderten Projekten zu leisten. Ein solches „Hands on“ – Projekt ist die „TĂŒrkische Elternschule“ des Vereins „Kultur verbindet e.V.“, die der Club nicht nur finanziell unterstĂŒtzt. Die Clubmitglieder beteiligen sich aktiv: zum Abschluss jedes Seminarblocks initiieren sie einen deutsch-tĂŒrkischen Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kurses ĂŒber den Erziehungsalltag mit all seinen Herausforderungen.

 


 

23.02.12: "Meine erste Bibliothek" nun auch in der Erich-KĂ€stner-Schule

Große Spannung bei der Startveranstaltung am 23.02.12 unter den 10 Paten und 13 Kindern und deren Eltern im Klassenzimmer 1 a in der Erich-KĂ€stner-Schule. Wer ist meine Patin?“ und „Wer ist mein Patenkind?“ – diese Frage blieb eine Weile ungelöst, bis sich dann doch alle 10 Paten und 13 Kinder zusammengefunden hatten.

Nun konnten sie gemeinsam in der vom Verein „Kultur verbindet“ mit sehr schönen BilderbĂŒchern ausgestatteten BĂŒcherkiste das Buch aussuchen, das Kind und Pate ab dieser Woche lesen. Bald wird dieses Buch dem Kind gehören und als erstes Buch den Anfang fĂŒr die „erste Bibliothek“ darstellen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt, von dem wir schon gehört haben, nun auch an unsere Schule holen können. Die Kombination von Einzelbetreuung, wunderschönen BĂŒchern und gemeinsamen Lesens wird den Kindern große Freude machen und den Sprach- und Leselernprozess sehr unterstĂŒtzen, beides Grundpfeiler fĂŒr den schulischen Erfolg“, sagt Frau Koknat-Blankertz, die Schulleiterin der Erich-KĂ€stner-Schule in ihrer kleinen Ansprache.

„FĂŒr uns ist dies eher ein Buch- als ein Leseprojekt“ sagt Arzu Çetinkaya, die Vorsitzende des Vereins „Kultur verbindet e.V.“, der vor drei Jahren von Bonner BĂŒrgern mit und ohne Migrationshintergrund gegrĂŒndet wurde und einen Beitrag zur erfolgreichen persönlichen und schulischen Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund leisten möchte. „Wir möchten bei den Kindern die Freude an BĂŒchern wecken und die Freude am Dialog. Wir machen die Erfahrung, dass daraus ein neues Selbstvertrauen erwĂ€chst und sich auch die Leistungen der Kinder verbessern.“

Die Kinder haben schon einen ersten Vorgeschmack auf die spannenden Geschichten, die sie in den BĂŒchern entdecken können, erhalten. Die BuchPatin Ingrid Striepecke, hat aus dem Buch „Ein Apfel fĂŒr alle“ von dem kleinen Hasen erzĂ€hlt, der ganz oben am Baum einen Apfel entdeckt. Wie wird es da wohl weiter gehen? Am Freitag wurde diese Frage nicht gelöst. Ab heute können in den spannenden Geschichten solche Fragen eine Antwort finden.


 

Oktober 2011: Kinder erlesen sich ihre erste Bibliothek

„Ob Bibi Blocksberg oder Pipi Langstrumpf – viele Buchfiguren gehören zum festen Bestandteil einer Kultur. Wir möchten, dass sie auch Kinder mit Migrationshintergrund in ihrer Entwicklung begleiten und damit einen Beitrag zur Integration leisten. Mit dem Projekt ‚Meine erste Bibliothek‘ möchten wir die Freude der Kinder an BĂŒchern wecken und durch die die Lesestunde mit IHREM Paten bei den Kindern Entwicklung auf den verschiedensten Ebenen anstoßen: Stolz auf ihre FĂ€higkeiten, Selbstvertrauen und eine positive Einstellung zur Schule. Dies sind die Grundpfeiler fĂŒr erfolgreiches Lernen.“ sagt Frau Arzu Çetinkaya, die Vorsitzende des Vereins Kultur verbindet.

Zwei Kinder der zweiten Klassen der Lyngsbergschule werden ein Jahr lang einmal in der Woche gemeinsam mit ihrem Paten oder Patin ein Buch lesen. So kann sich ein Kind im Laufe des Schuljahres 6 bis 8 BĂŒcher „erlesen“, die es dann stolz aufs eigene BĂŒcherregal stellen kann. Das BĂŒcheregal ist ein Geschenk des Vereins Kultur verbindet. Dieser Godesberger Verein setzt sich seit drei Jahren aktiv dafĂŒr ein, Kindern aus Migrationsfamilien durch KulturPatenschaften, Besuche in Bonner KulturstĂ€tten und Projekte wie „Meine erste Bibliothek“ so zu fördern, dass sie sich in dieser Gesellschaft mit Selbstvertrauen bewegen und erfolgreich sein können. "Wir wollen mit diesem Projekt den Kindern etwas bieten, was eine wunderbare ErgĂ€nzung zum Unterricht ist: Zeit und intensive Aufmerksamkeit, fĂŒr eine Weile im Mittelpunkt stehen, mit jemand aus der deutschen Kultur eine freundschaftliche Beziehung entwickeln!

Ganz nebenbei verbessern sich die LesefĂ€higkeiten der Kinder sehr.“ sagt die Psychologin Gerrit Oppelland-Hampel, die diese Projekte des Vereins leitet. Die Schulleiterin der katholischen OGS-Lyngsberg, Frau Maria Karikari, wie auch ihr Kollegium, begrĂŒĂŸen ausdrĂŒcklich dieses Angebot. SorgfĂ€ltig haben sie fĂŒr zwölf der Migrantenkinder aus ihren beiden 2. Klassen bei einem Zusammentreffen mit Vorstandsmitgliedern von Kultur verbindet e. V. und den Paten die „passenden“ BuchPaten ausgewĂ€hlt.

Die zehn Paten und Patinnen zwischen 26 und 67 Jahren freuen sich, heute ihr Patenkind kennen zu lernen und auch wieder in KinderbĂŒchern lesen zu können. „Sprache und Lesen sind der SchlĂŒssel zur Bildung. Gerade am Anfang des Leselernprozesses brauchen die Kinder mit Migrationshintergrund sehr viel persönliche Betreuung und UnterstĂŒtzung, um erfolgreich zu starten. Im Grundschulalter lernen die Kinder am meisten in einer liebevollen Beziehungssituation. Genau das ist es, was die BuchPaten bieten können: Freude am Kind, Freude an seinen Erfolgen und WertschĂ€tzung. Wir freuen uns, dass wir durch dieses Projekt unsere Kinder noch besser unterstĂŒtzen können.“ sagt Frau Maria Karikari, die Leiterin der Lyngsbergschule. Die gefĂŒllte BĂŒcherkiste steht bereit. Heute können sich die Kinder mit ihren Paten das erste Buch fĂŒr ihre erste Bibliothek aussuchen. Bibi Blocksberg, Pippi Langstrumpf und andere warten darauf, in das Kinderzimmer von Tamir und den anderen Kindern einziehen zu können.

Die BĂŒcher wurden vom Schulverein der Lyngsberschule und vom Verein Kultur verbindet gespendet. „FĂŒr den Start reicht es, aber uns fehlen noch weitere BĂŒcher. Wir freuen uns sehr ĂŒber UnterstĂŒtzung durch Spenden. Eine Spende von 10 bis 15 Euro reicht fĂŒr ein schönes Buch, das ein Kind fĂŒr lange begleiten kann. Wir freuen uns auch ĂŒber weitere Paten und Patinnen, die uns an Bad Godesberger Schulen unterstĂŒtzen“ sagt die Projektleiterin Gerrit Oppelland-Hampel.

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